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Review Störtebeker Festspiele 2016 - "Auf Leben & Tod"
20.06.2016 - 18:25

Review Störtebeker Festspiele 2016 - Auf Leben & Tod



Die 4. Episode des Zyklus um die Legende von Klaus Störtebeker steht in diesem Jahr auf dem
Spielplan der Störtebeker Festspiele auf Rügen. Die Festspiele dort sind die größten in Deutschland.


Die Story könnt ihr ja auf der Homepage der Spiele nachlesen und daher gehen wir an dieser Stelle
nicht genau drauf ein.
Das Folgende ist unser Eindruck und unsere Meinung. Jeder sieht es ja anders, als nimmt es als
unsere Meinung hin. Wir würden uns freuen, wenn ihr eure Eindrücke und Meinung bei uns im Forum
hinterlasst.

Die Umfangreiche Story wird durch eine sehr gute schauspielerische Leistung getragen. Allem voran
Bastian Semm. Der Klaus Störtebeker, der nicht nur durch eine neue Frisur erneut seien Rolle sehr viel
tiefe verleiht. Zum ersten Mal in diesem Zyklus gibt es für ihn keine Liebesgeschichte und damit auch keinen
Tod seiner Geliebten am Schluss.



Andreas Euler, der die Rolle des Goedeke Michels mit neuem Schwung seit seiner Übernahme verliehen hat,
glänzt im Zusammenspiel mit Karin Hartmann die erneut die Rolle der Fronica übernimmt. Ihre Dialoge mit
den Piraten rund um Klaus Störtebeker und Goedeke Michels sorgen für den ein oder anderen Lachen. Es
war eine gute Idee der Verantwortlichen eine feste wiederkehrende Frauenrolle mit einzubauen. In einer eher
kleinen zweiten Rolle von Karin Hartmann sieht man sie als Ordensschwester.

Marco Bahr, als Hofmeister des Deutschen Ritterordens, ist in diesem Jahr der Bösewicht im Stück. Seine
Rolle ist nicht so wie in den letzten Jahren als übertrieben, verrückten, fiesen, machthungrigen Person angelegt.
Sie ist das genaue Gegenteil, in vielen ruhigen sehr überzeugenden Szenen kann Marco Bahr überzeugen.
Eine sehr gute schauspielerische Leistung. Uns hat seine Darstellung sehr gut gefallen und wir sind
überzeugt, dass das Publikum von ihm begeistert sein wird.




Neu im Ensemble der Störtebeker Festspiele ist Bianca Warnek. Sie verkörpert die Rolle der Baronin Ewa.
Eine Spionin die von allen Seiten beauftragt wird, Visby und somit die Piraten zu erkunden. Bis zuletzt bleiben
die wahren Begebenheiten um ihre Person im Dunkeln. Auch sie konnte uns bei unserem Besuch überzeugen.
Die ganze Rolle war erfrischend was Neues.

Die Stammbesetzung die nun seit Jahren zusammenspielt teilten sich die vielen zusätzlichen Rollen zu
ihren eignen Stammrollen; Thomas Linke, Charles Lemming und Mike Hermann Rader. In seiner Stammrolle
als Bootsmann gehört Thomas Linke als Allzweckwaffe zum festen Inventar der Festspiele, man könnte auch
sagen er ist der Mann der 1000 Gesichter. Dazu steht er in dieser Saison in einem Bild noch als Abgesandter
Mecklenburgs auf der Bühne. Charles Lemming als Hugo ist ja schon seit Anbeginn des Zyklus besetzt. Dazu
steht er noch als Hermann Darsow auf der Bühne. Eine kleine Anmerkung zu Charles Lemming, wer ihn in
der Saison 2009 bei den Störtebeker Festspiele zu Gast war, darf sich freuen. In dieser Saison gibt es eine
Rückkehr des betrunkenen Ritterspiels von ihm. Eine Glanzleistung von ihm.

Mike Herman Rader, der auch in dieser Saison die Rolle des Sven Sture übernimmt. Sein Schicksal bleibt ja
am Schluss auch offen. Vielleicht sehen wir ihn auch in der Saison 2017 wieder als Sture.





Norbert Braun der die Rolle des Johann von Pfirt verkörpert, ist in diesem Jahr der Handlanger von Hofmeister
des Deutschen Ritterordens. Ben Bremer ist in dieser Saison in einer Doppelrolle zusehen, in der etwas
größeren Rollen des Herzog Johann IV. und als Ordenspriester. Es ist schön Ben Bremer wieder auf einer Bühne
regelmäßig anzutreffen, da er allein durch seine Stimme die Rollen mit Leben füllen kann.




Herzogin Sophia von Pommern Wolgast wird in dieser Saison von Patricia Schäfer gespielt. Ihre Rolle konnte
uns leider nicht so ganz überzeugen, da die Rolle genau das Gegenteil von dem war was in der Saison 2015
als Grundzüge aufgezeigt wurde. Da fehlte uns eine Erklärung für ihre Sinneswandel. Schauspielerich war die
Darbietung von Patricia Schäfer sehr gut.




Fazit:
In dieser Saison steht wieder das klassische Sprechtheater im Vordergrund. Die Effekte und Pyro
kommen gekonnt genau an den richtigen Stellen zum Einsatz und untermauern den Gesamteindruck
des diesjährigen Stückes. Zur der Pyrotechnik brauchen wir nicht viel zu sagen, sie ist und bleibt
sehr beeindruckend. Es ist erstaunlich was Fred Braeutigam und sein Team Jahr für Jahr dort auf die
Bühne zaubern. Respekt für diese Leistung.

Das diesjährige Buch geht seine eigenen anderen Wege. Aber genau dies ist so erfrischend in
diesem Jahr. Das Stück ist bisher das Beste des Zyklus. Vor allem kehren die Stücke zur ihrer
Länge zurück, was mehr Spielzeit für die Story ermöglicht.

Die Musik ist wie in den letzten Jahren mit 4 Liedern vertreten. Wolfgang Lippert steht hier für jeden Abend
auf der Bühne.

Im Ganzen können wir nur sagen den Machern der Störtebeker Festspielen ist in dieser Saison wieder
gelungen eine unterhalten Geschichte um Klaus Störtebeker auf die Beine zustellen.

Wir können das Stück nur empfehlen, es ist sehr sehenswert.

Karten bekommt ihr direkt unter www.stoertebeker.de.

Im nächsten Jahr geht es in eine neue Runde. Dann steht das Stück "Im Schatten des Todes" auf dem Spielplan.





Ralf


gedruckt am 21.08.2017 - 12:20
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